Vorteile naturnaher Spielplatzplanung
Naturspielplätze sind Erlebnisräume für Kinder und Jugendliche, die den Kontakt zur Umgebung auf niedrigschwellige Weise ermöglichen. Sie fördern Wahrnehmung und Bewegung, schulen die Motorik und stärken zugleich soziale Kompetenzen – ein spannendes Betätigungsfeld für den GaLaBau. Doch worauf muss man bei der Umsetzung achten? Michaela Senk aus Karlsruhe ist eine viel gefragte Expertin: Sie beschäftigt sich täglich mit Spielplatzplanung und -gestaltung. Die 51-Jährige betreibt das Planungsbüro Gartenspielraum und ist seit 2006 selbstständig. Dabei war sie auch im Spielplatzbau tätig. Seit Anfang 2025 konzentriert sie sich jedoch ausschließlich auf die Spielplatzplanung.
Viel lieber als den Begriff „Naturspielplatz“ verwendet Michaela Senk die Bezeichnung „Naturspielraum“. Aus ihrer Sicht ist sie umfassender und löst sich vom klassischen Bild des Spielplatzbaus mit Wippe, Schaukel und Rutsche. In Naturspielräumen können Kinder Erfahrungen machen, die in unserer urbanisierten Welt oft nicht mehr möglich sind.
Auf den richtigen Materialmix kommt es an
Um Heranwachsenden ein umfassendes Sinneserleben zu ermöglichen, soll beim naturnahen Spielplatzbau ein interessanter Materialmix eingesetzt werden. Dazu gehören:
- Holz in verschiedenen Arten und Formaten
- Steine in verschiedenen Korngrößen
- Erde und Lehm
- Sand und Rindenmulch
- Wasser
- Pflanzen, wie Bäume und Sträucher
Anstatt zum Beispiel vorgefertigte Robinienholz-Spielgeräte einzuplanen, verwendet Michaela Senk viel lieber grobe Robinien-Stämme, mit denen sich Spielräume vor Ort abwechslungsreich formen lassen. Eine spannende Idee für solche kreativen Entwicklungsprozesse ist unter anderem der Bau eines Kletter-Mikados.
Pflanzen – aber welche?
Auch für die Pflanzenauswahl – und hier vor allem bei Sträuchern – hat Michaela Senk wertvolle Tipps parat. Wer diese auf Naturspielplätzen einsetzen möchte, sollte Folgendes beachten:
- Heimische Sträucher verwenden, da sie auch heimische Tiere anlocken und fördern.
- Pflanzen auswählen, die nicht stark giftig sind.
- Auf robuste Arten setzen, die sich nach Belastung schnell regenerieren.
- Im Idealfall Sträucher mit unterschiedlicher Wuchsform und Blattform kombinieren.
- Je nach Konzept sind sowohl immergrüne als auch laubabwerfende Arten geeignet.
Abschließend noch ein Geheimtipp von Michaela Senk: Werden in der Spielplatzplanung Sträucher ausgesucht, die Schirmkronen bilden, ist das besonders vorteilhaft. Denn unter diesen Blätterdächern fühlen sich Kinder ausgesprochen wohl. Dort können sie Höhlen bauen, sich vor anderen verstecken und vor allem sehr viel Spaß haben.
Autor: Karsten Köber
