Ein Schlüsselfaktor für nachhaltige Stadtplanung
Der Begriff Schwammstadt ist in aller Munde. Warum ist dieses Konzept zukunftsweisend für das urbane Grün?
Claudia von Freyberg: Jahrzehntelang waren Verantwortliche in Kommunen darauf bedacht, anfallendes Oberflächen- und Regenwasser sofort abzuleiten. Heute ist das anders. Urbane Flächen leiden unter Überhitzung, Stadtbäume bekommen in heißen Zeitabschnitten zu wenig Wasser, die Lebensqualität für Bewohnerinnen und Bewohner von Städten sinkt. Deshalb ist nachhaltige Stadtplanung gefragt, zu der auch das Schwammstadt-Konzept gehört. Bei diesem Ansatz geht es vor allem darum, so viel wie möglich des anfallenden Wassers im Stadtgebiet zu belassen.
Klimaanpassung ist aufwendig und teuer – oder etwa doch nicht?
Dach- und Fassadenbegrünung sind neben Baumpflanzungen etablierte, aber planungsintensive Maßnahmen, um Klimaanpassung zu ermöglichen und die Biodiversität zu fördern.
Welche niedrigschwelligen Maßnahmen empfehlen Sie dem GaLaBau als Alternative oder Ergänzung?
Claudia von Freyberg: Im urbanen Umfeld lassen sich einige Dinge schnell und preiswert umsetzen. Dazu gehören zum Beispiel:
- Rasenflächen (außer Spiel- und Liegewiesen) lediglich zweimal pro Jahr mähen und extensiv pflegen
- vergreiste Strauch-Monokulturen auf Abstandsflächen roden und stattdessen artenreich und standortgerecht ansäen bzw. Stauden pflanzen
- entsiegeln, dort, wo Belagsflächen kaum genutzt werden
- Versickerungsmulden ausformen, zum Beispiel neben Wegen und Parkplätzen
Auch überschaubare Maßnahmen summieren sich – gibt es Fördermittel für Kommunen?
Claudia von Freyberg: Hier empfehle ich die Internetseite des Bundesamtes für Naturschutz. Unter der Rubrik „Förderung und Finanzierung“ finden Interessierte wertvolle Informationen zu diversen Förderprogrammen. Gelder gibt es vom Bund, aber auch von den Ländern. Zudem wird online auch auf die Themen Spendengewinnung und die Vereinbarung von Patenschaften eingegangen.
