• 15.06.2026

Schwammstadt trifft Stadtgrün: GaLaBau-Interview

Claudia von Freyberg ist seit über 30 Jahren in der grünen Branche und verantwortliche Redakteurin des Print-Magazins Flächenmanager sowie des Expertenbriefs Baumpflege. Im Interview zeigt die ausgewiesene Fachfrau, wie der Garten- und Landschaftsbau mit wenigen Stellschrauben viel für die Klimaanpassung unserer Städte bewirken kann – Motto: Stadtgrün trifft Schwammstadt. Der Verlag Eugen Ulmer ist auch 2026 mit einem Stand auf der GaLaBau in Nürnberg vertreten.
Keimlinge wachsen aus Erde am Straßenrand, Stadt im Hintergrund unscharf
Urbanes Grün beginnt klein: neue Pflanzen sprießen im Straßenraum

Ein Schlüsselfaktor für nachhaltige Stadtplanung

 

Der Begriff Schwammstadt ist in aller Munde. Warum ist dieses Konzept zukunftsweisend für das urbane Grün?

Claudia von Freyberg: Jahrzehntelang waren Verantwortliche in Kommunen darauf bedacht, anfallendes Oberflächen- und Regenwasser sofort abzuleiten. Heute ist das anders. Urbane Flächen leiden unter Überhitzung, Stadtbäume bekommen in heißen Zeitabschnitten zu wenig Wasser, die Lebensqualität für Bewohnerinnen und Bewohner von Städten sinkt. Deshalb ist nachhaltige Stadtplanung gefragt, zu der auch das Schwammstadt-Konzept gehört. Bei diesem Ansatz geht es vor allem darum, so viel wie möglich des anfallenden Wassers im Stadtgebiet zu belassen.

 

Klimaanpassung ist aufwendig und teuer – oder etwa doch nicht?

Dach- und Fassadenbegrünung sind neben Baumpflanzungen etablierte, aber planungsintensive Maßnahmen, um Klimaanpassung zu ermöglichen und die Biodiversität zu fördern.

 

Welche niedrigschwelligen Maßnahmen empfehlen Sie dem GaLaBau als Alternative oder Ergänzung?

Claudia von Freyberg: Im urbanen Umfeld lassen sich einige Dinge schnell und preiswert umsetzen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Rasenflächen (außer Spiel- und Liegewiesen) lediglich zweimal pro Jahr mähen und extensiv pflegen
  • vergreiste Strauch-Monokulturen auf Abstandsflächen roden und stattdessen artenreich und standortgerecht ansäen bzw. Stauden pflanzen
  • entsiegeln, dort, wo Belagsflächen kaum genutzt werden
  • Versickerungsmulden ausformen, zum Beispiel neben Wegen und Parkplätzen

 

Auch überschaubare Maßnahmen summieren sich – gibt es Fördermittel für Kommunen?

Claudia von Freyberg: Hier empfehle ich die Internetseite des Bundesamtes für Naturschutz. Unter der Rubrik „Förderung und Finanzierung“ finden Interessierte wertvolle Informationen zu diversen Förderprogrammen. Gelder gibt es vom Bund, aber auch von den Ländern. Zudem wird online auch auf die Themen Spendengewinnung und die Vereinbarung von Patenschaften eingegangen. 

Sie geben Ihr Wissen gern weiter – wie kommt man am besten mit Ihnen in Kontakt?

Claudia von Freyberg: Meine Kolleginnen und Kollegen vom Verlag Eugen Ulmer und auch ich sind am Stand auf der GaLaBau 2026 sowie auf dem Messegelände anzutreffen. Wir alle freuen uns auf den fachlichen Austausch – natürlich auch über die Zukunft des urbanen Grüns.

Autor: Karsten Köber