• 16.07.2026

GaLaBau: Retentionsdach trifft Schwammstadt

Retentionsdächer unterstützen die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung und können ein wichtiges Element des Schwammstadt-Konzeptes sein: Städtische Flächen nehmen Wasser wie ein Schwamm auf und geben es nach einem definierten Zeitraum kontrolliert wieder ab. So helfen Retentionsdächer dabei, Starkregenereignisse abzufedern und Städte an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Aber was genau ist ein Retentionsdach und wie ist es aufgebaut? Die wichtigsten Grundlagen erfahren Sie in diesem Blogartikel – und vertiefende Einblicke auf der nächsten GaLaBau im September 2026.

Geschrieben von Karsten Köber

Schema eines Retentionsdachs mit Speicher, Substrat und Ablauf
Retentionsdach: Regenwasser speichern, verzögert abgeben, Dach begrünen

Retentionsdach – eine Begriffsbestimmung

Der Begriff Retention hat seinen Ursprung im lateinischen Wort „retinere“, das für „zurückhalten“ steht. In der Wasserwirtschaft beschreibt er die ausgleichende Wirkung von Stauräumen auf den Wasserabfluss in vorhandene Fließgewässer wie Bäche und Flüsse. Praktisch gesehen gibt es zwischen dem oberen Gründachaufbau und der Dachabdichtung eine zusätzliche Schicht (auch Retentionsraum genannt), die Wasser aufnehmen, für eine gewisse Zeit speichern und anschließend über einen Drosselablauf kontrolliert in die Kanalisation abgeben kann. Dieser Retentionsraum besteht in der Regel aus Kunststoffelementen.

 

Üblich ist der Einsatz von Retentionsdächern insbesondere bei:

 

  • extensiven Dachbegrünungen
  • intensiven Dachbegrünungen
  • Geh- und Fahrbahnbelägen, zum Beispiel auf Tiefgaragen

 

Retentionsdächer werden als Maßnahme zur Klimaanpassung immer beliebter

Dr. Gunter Mann, Präsident und Geschäftsführer des Bundesverbandes GebäudeGrün (BuGG) – hier geht’s direkt zur Website – freut sich darüber, dass viele Planende, aber auch Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen erkannt haben, dass Retentionsdächer bei starkem Regen Abwassersysteme entlasten und das Risiko von Überschwemmungen und Wasserschäden verringern. Er sagt: „Werden Dachbegrünungen – im Optimalfall in Verbindung mit Retentionsräumen – in Bebauungsplänen rechtlich verankert, hat das positive klimatische Auswirkungen. Denn Gründächer sind zusätzliche Grünflächen mit allen Vorteilen wie Steigerung der Verdunstungsleistung und damit Abkühlung. Das ist besonders vorteilhaft in innerstädtischen Bereichen.

 

Fördermöglichkeiten von Retentionsdächern und Dachbegrünungen

Landschaftsgärtner:innen, die sich für Dachbegrünungen im Allgemeinen und Retentionsdächer im Besonderen interessieren, können sich direkt auf der Website des BuGG über umfangreiche Fördermöglichkeiten auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene informieren und so auch in der eigenen Umgebung aktiv werden. Laut Dr. Gunter Mann bietet zudem der jährlich erscheinende BuGG-Marktreport Gebäudegrün eine hilfreiche Übersicht zum Thema Dachbegrünung. Die verschiedenen Jahrgänge können direkt auf der Website des Bundesverbandes heruntergeladen oder als Druckexemplar angefragt werden.

Sehr praxisnah ist die Planungshilfe Retentions-Gründach des Herstellers Zinco. Hier geht’s direkt zum PDF-Download auf der Website des Unternehmens. Zinco finden Sie auf der Messe GaLaBau im September 2026 in Halle 3A am Stand 3A-131. Weitere etablierte Gründachfirmen finden Sie über die hier verlinkte Online-Ausstellersuche.

Autor

Porträt von Karsten Köber
Karsten Köber
Gärtner, Landschaftsarchitekt und Journalist, Inhaber des Büros projekkt.com in Karlsruhe