Die städtische Infrastruktur agiert wie ein Schwamm
„Das Prinzip Schwammstadt ahmt den Wasserkreislauf der Natur nach“, erläutert Wolfgang Groß. Bereits seit 33 Jahren arbeitet er als Umweltreferent beim BGL. Die Abkürzung steht für Bundesverband Garten-, Landschaft- und Sportplatzbau. Mit der Initiative „Grün in die Stadt“ macht der Verband das Thema zudem für alle Interessierten erlebbar; auf der Website der Informationsplattform gibt es viele spannende Hintergrundinfos rund um die Schwammstadt.
Neben seiner Haupttätigkeit leitet Wolfgang Groß seit 15 Jahren den BGL-Ausschuss Stadtentwicklung und engagiert sich als Vorstand bei der Stiftung „Die grüne Stadt“. Weiter sagt er: „Durch gezielte Maßnahmen, wie …
- Entsiegelung,
- Dach- und Fassadenbegrünungen,
- unterirdische Speicherbecken,
- und Mulden-Rigolen-Systeme
… agiert die städtische Infrastruktur wie ein Schwamm. Ziel des Konzepts ist es, urbane Sturzfluten bei Starkregen zu verhindern, das Stadtklima in Hitzeperioden durch natürliche Verdunstungskühlung zu regulieren und das lokale Grundwasser anzureichern. Gefragt ist dabei eine klimaorientierte Stadtplanung, wie sie der BGL in seinem GaLaBau-Blog beschreibt.
Spannende Arbeitsfelder für den GaLaBau in der Schwammstadt
Für Landschaftsgärtner:innen bietet das Konzept Schwammstadt spannende Arbeitsfelder. Dazu sagt Wolfgang Groß: „GaLaBau-Betriebe kennen sich aus mit Erdarbeiten. Dieses Fachwissen ist zwingend erforderlich, sollen Schwammstadt-Elemente wie Rigolenversickerungs-, Muldenversickerungs- und Flächenversickerungsbereiche gebaut werden.“ Der Experte weist noch auf eine andere Tatsache hin: „Landschaftsgärtner:innen sind vor allem Profis im Bereich Pflanzenverwendung. Sie wissen, welche Sträucher, Stauden und Wiesenmischungen für Überflutungsflächen geeignet sind. Und sie wissen genauso, welche Klimabäume wo gepflanzt werden können.“
Infos zu Fördermitteln rund um die Schwammstadt
Weil Wolfgang Groß sehr gut vernetzt ist, hat er auch Tipps, wo es Fördermittel für die Planung und Umsetzung von Schwammstadt-Konzepten gibt. Werden Projekte in Kommunen geplant und umgesetzt, können auch Landschaftsgärtner:innen profitieren. Groß sagt:
- „Ich empfehle insbesondere kleineren Kommunen, aber auch sonst allen Städten und Gemeinden auf der Suche nach Förderung für angedachte Projekte den Online-Fördercheck der Stiftung „Die Grüne Stadt“, der Förderprogramme der Bundesländer, weitere Fördermöglichkeiten sowie Förderbeispiele auflistet.
- Zudem lohnt sich ein Blick auf die Internetseite des Zentrums KlimaAnpassung. Dort wird eine Förderberatung angeboten.
- Infos zu Fördermöglichkeiten hält auch das Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz auf seiner Website bereit.“
Aber auch Bürgerinnen und Bürger können ihren Beitrag zur Schwammstadt leisten und diesen sogar oft fördern lassen. Sie können direkt in der eigenen Gemeinde nachfragen. Vielleicht gibt es einen kommunalen Fördertopf, zum Beispiel für den Bau von Regenwasserzisternen oder zur Begrünung eines Daches oder einer Fassade, der genutzt werden kann.

