• 29.05.2026

Klimaanpassung, Klimaschutz und der GaLaBau

Die Folgen des Klimawandels sind längst Realität. Hitzeinseln, Trockenheit, Überschwemmungen und Starkregen erfordern kurzfristige und wirksame Klimaanpassung – vor allem in urbanen Gebieten. Gleichzeitig bleiben Beiträge zum Klimaschutz unverzichtbar: Emissionen müssen sinken, Grünflächen CO₂ binden und Städte ressourcenschonender werden. Vielleicht lässt sich der Klimawandel nicht mehr vollständig aufhalten, aber zumindest abbremsen. Für Kommunen wie für den GaLaBau, der viele der notwendigen Maßnahmen umsetzt, sind Klimaanpassung und Klimaschutz keine Entweder-oder-Entscheidung.

Geschrieben von Andreas Hempfling

Regenwassermanagement: Versickerungsflächen im urbanen Raum
Regenwassermanagement: Versickerungsflächen im urbanen Rau

Klimaanpassung und Klimaschutz – starkes Duo oder Gegenspieler?

Die Folgen des Klimawandels sind längst Realität. Hitzeinseln, Trockenheit, Überschwemmungen und Starkregen erfordern kurzfristige und wirksame Klimaanpassung – vor allem in urbanen Gebieten. Gleichzeitig bleiben Beiträge zum Klimaschutz unverzichtbar: Emissionen müssen sinken, Grünflächen CO₂ binden und Städte ressourcenschonender werden. Vielleicht lässt sich der Klimawandel nicht mehr vollständig aufhalten, aber zumindest abbremsen. Für Kommunen wie für den GaLaBau, der viele der notwendigen Maßnahmen umsetzt, sind Klimaanpassung und Klimaschutz keine Entweder-oder-Entscheidung. Beide sind unverzichtbar und viele Projekte bedienen in der Praxis ohnehin beide Klaviaturen: Stadtgrün etwa macht urbane Räume widerstandsfähiger und wirkt gleichzeitig klimaregulierend. Wir fassen das Wichtigste im folgenden Artikel zusammen – noch mehr Inspirationen gibt es auf der nächsten GaLaBau im September 2026. Infos für Ihren Besuch finden Sie direkt hier auf unserer Website.

 

Warum Städte besonders stark betroffen sind

Städte spüren die Auswirkungen des Klimawandels besonders intensiv – etwa durch häufiger auftretende Hitzeperioden mit mehr heißen Tagen und Nächten. Innenstädte wirken als Wärmeinseln: Tropennächte treten dort bis zu dreimal häufiger auf, die Temperaturen können nachts um bis zu 10 °C über denen des Umlands liegen. Die Bayerische Staatsregierung hat deshalb bereits 2019 die Umweltinitiative „Stadt.Klima.Natur“ ins Leben gerufen. Mehr dazu findet sich auf der Website des Bayerischen Landesamts für Umwelt.

Die nachhaltige Stadtplanung fordert, dass Maßnahmen gegen Hitze bereits in der Bauleitplanung mitgedacht werden. Viele Kommunen integrieren Gebäudebegrünung inzwischen in ihren Hitzeaktionsplan. Und der GaLaBau sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, all dies qualifiziert umzusetzen. Betriebe mit entsprechender Kompetenz können sich hier perfekt positionieren.

Dichte Bebauung und versiegelte Flächen verstärken aber nicht nur Hitze, sie mindern auch die Wasserdurchlässigkeit und erhöhen die Belastung bei Starkregen. Damit steigt auch die Belastung für Menschen, Infrastruktur und Ökosysteme.

Besonders deutlich zeigt sich der Klimawandel in den folgenden, teils gegenläufigen Wirkungen:

  • steigende Hitzebelastung
  • massive Trockenheit
  • sinkende Grundwasserspiegel
  • Schäden durch Starkregen
  • Hochwasser und Überflutungen

Gebäudebegrünung, Entsiegelung, Regenwassermanagement, Renaturierungen oder Flutmulden gehören zu den wirksamen Maßnahmen der Klimaanpassung, bei denen der GaLaBau wertvolle Unterstützung leisten kann. Gleichzeitig tragen entsprechende Projekte messbar zum Klimaschutz bei: Grünflächen speichern CO₂, kühlen die Umgebung, verbessern die Luftqualität und 

 

Gebäudebegrünung als neuereduzieren den Energiebedarf. Kohlenstoffsenke

Parks, Stadtbäume und Grünflächen bleiben zentrale Kohlenstoffsenken, doch sie reichen allein nicht mehr aus – zusätzliche Flächen sind in Städten knapp und teuer. Neues Potenzial für Klimaanpassung in der Stadt entsteht daher vor allem dort, wo bisher kaum jemand hinschaut: auf Dächern und an Fassaden. Dach- und Fassadengrün schafft dringend benötigtes zusätzliches Stadtgrün, verbessert das Mikroklima und unterstützt sowohl den Klimaschutz als auch Anpassungsmaßnahmen wie Regenwasserrückhalt, Verschattung und Verdunstungskühlung.

Besonders direkt sind die Effekte von Dachbegrünungen auf die Absenkung der Umgebungstemperaturen zu spüren. Wer hier tiefer einsteigen möchte, findet in der „Analyse der thermischen Wirkung von Dachbegrünung mittels Stadtklimamodellierung“ des Deutschen Wetterdienstes eine vertiefende Auswertung, die als PDF auf der Website des DWD abgerufen werden kann.

Durch Dachbegrünungen lassen sich zudem Einsparungen beim Energiebedarf für Klimatisierung erzielen. In Krankenhäusern etwa wird der Strombedarf für die Kälteversorgung in der Literatur auf rund 14 % des gesamten Stromverbrauchs geschätzt. Laut eines Online-Artikels im Deutschen Ärzteblatt nutzen 47 % der befragten Krankenhäuser Dach- oder Fassadenbegrünungen, um Hitze im Gebäude zu reduzieren. Ein Beispiel, das Schule machen sollte. Weitere Bausteine einer grüneren Stadt sind Entsiegelung und die Begrünung bisher asphaltierter Flächen – etwa von Parkplätzen oder Rasengeleisen entlang von Straßenbahnen.

 

Reaktiv und proaktiv: Zwei Wege der Klimaanpassung

Klimaanpassung kann reaktiv erfolgen – etwa als Reaktion auf Schäden durch Hitze, Trockenheit oder Starkregen. Noch wirkungsvoller ist jedoch der proaktive Ansatz, bei dem Städte frühzeitig klimaresilient gestaltet werden. Das ist entscheidend, weil viele Maßnahmen – von Entsiegelung über Regenwassermanagement bis hin zu Neubepflanzungen – lange Planungs- und Entwicklungszeiten erfordern.

Besonders vom Klimawandel betroffen sind Straßenbäume, die unter Trockenstress leiden und hohe Bewässerungsaufwände verursachen. Hier helfen klimaresiliente Pflanzenarten, gezielte Entsiegelung und ein intelligenter Umgang mit Niederschlagswasser. Ein Beispiel dafür, wie wichtig proaktives Handeln ist: Gehen alte Bäume verloren, lassen sie sich nicht kurzfristig und schon gar nicht gleichwertig ersetzen. Das unterstreicht, wie wichtig es ist, frühzeitig in zukunftsfähige Pflanzkonzepte und verbesserte Standortbedingungen zu investieren. Hier ist auch die Initiative und Expertise der Garten- und Landschaftsbaubetriebe gefragt.

 

Förderprogramme und Chancen für den GaLaBau

Kommunen stehen häufig unter finanziellem Druck, dennoch ist Klimaanpassung ein Thema, das sich nicht aufschieben lässt. Umso wichtiger sind Fördermaßnahmen wie das Bundesprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“, das in wiederholten Aufrufen gezielt blau-grüne Infrastruktur, Entsiegelung, Regenwasserrückhalt und Gebäudebegrünung unterstützt. Mehr dazu finden Sie im Artikel auf der Website des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Viele Städte haben zudem eigene Förderkulissen für Dach- und Fassadengrün aufgelegt – ein starker Hebel, um notwendige Projekte schneller umzusetzen.

Für den GaLaBau entsteht daraus ein großes Potenzial und ein klar umrissenes Aufgabenfeld: klimaresiliente Pflanzenverwendung, professionelles Wassermanagement, Entsiegelung, Gebäudebegrünung sowie langfristige Pflege- und Entwicklungskonzepte. Stadtgrün wirkt dabei doppelt: Es macht Städte widerstandsfähiger und unterstützt gleichzeitig den Klimaschutz, indem es CO₂ speichert, Kaltluftschneisen schafft und durch Verdunstungskühle Temperaturen spürbar senkt. Damit wird der GaLaBau zu einem entscheidenden Partner einer zukunftsfähigen, klimaangepassten Stadtentwicklung.

Maßnahmen gegen Hitze und Starkregen im urbanen Raum

Moderner Parkplatz mit Rasenflächen, Pflastersteinen und Jungbäumen
Baumgesäumte Stadtstraße mit Radfahrern und blühenden Blumenkübeln
Bunte Wildblumenwiese mit Schmetterlingen in urbaner Parkanlage
Großer Stadtbaum mit bepflanzter Baumscheibe an einer Straßenkreuzung
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Autor

Portrait Andreas Hempfling
Andreas Hempfling
Dipl.-Journalist und Redakteur Mobilität