Zukunftsgehölze bringen die Klimaanpassung der Städte voran
Aber was sind eigentlich Klimabäume? Eine einheitliche wissenschaftliche Definition gibt es nicht, sagt Schönfeld. Er hat nach seinem Studium der Landschaftsplanung eine Dissertation zum Thema „Dürreresistenz von bodendeckenden Gehölzen und Stauden“ verfasst und kennt sich im Metier aus. Klar ist jedoch: Zu den Klimabäumen zählen alle widerstandsfähigen Arten, die Hitze, Trockenheit und städtische Bedingungen gut vertragen. Bezieht man auch passende Sträucher und Bodendecker ein, spricht man auch von „Zukunftsgehölzen“. Sie eignen sich besonders gut für die dringend nötige Klimaanpassung urbaner Räume.
Erfahrungen aus Theorie und Praxis
Schönfeld ist jedoch nicht nur in der Theorie zu Hause, sondern bringt auch langjährige Praxiserfahrung mit. Bevor er 1993 an die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim bei Würzburg wechselte, war er als Bauleiter tätig. An der LWG leitete er zuletzt den Arbeitsbereich Urbanes Grün am Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau und ist inzwischen im Ruhestand. Das Thema lässt ihn jedoch nicht los – im Gegenteil: Angesichts des Klimawandels ist das Thema dringlicher denn je – entsprechend gern gibt Schönfeld sein Wissen und seine Praxistipps weiter. Viele weitere spannende Inhalte rund um Stadtgrün und Landschaftsbau vermittelt darüber hinaus die Website der Landesanstalt.
Ideen für die Auswahl geeigneter Bäume
Zwei zentrale Hilfsmittel unterstützen Stadtgrünverantwortliche, Landschaftsarchitekt:innen und GaLaBauer:innen dabei, geeignete Klimabäume zu identifizieren. Ein wichtiges Nachschlagewerk ist die Broschüre „Zukunftsbäume für die Stadt“, herausgegeben von der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (GALK e.V.) in Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Baumschulen. Sie stellt über 60 Baumarten vor, die sich nach aktuellem Kenntnisstand besonders für den Einsatz im Stadtklima eignen. Die Broschüre kann auf der Website der GALK kostenlos heruntergeladen werden.
Der zweite Tipp ist das Merkblatt „Stadtbaumarten im Klimawandel“, herausgegeben von der LWG. Es steht auf der hier verlinkten Website der Landesanstalt als PDF zum Download bereit und fasst übersichtlich die Ergebnisse eines Forschungsprojekts zusammen, an dem auch Schönfeld maßgeblich beteiligt war. Seit 2010 wurden darin 20 vielversprechende Baumarten an drei klimatisch sehr unterschiedlichen Standorten in Bayern auf ihre Eignung als stresstolerante, klimafeste Stadtbäume der Zukunft getestet. 2015 kamen weitere neun Arten hinzu. Das Projekt wurde 2021 offiziell abgeschlossen, die Forschung geht jedoch weiter – und liefert wichtige Anhaltspunkte für die Auswahl zukunftsfähiger Stadtbäume.
Empfehlung: Japanische Eberesche
Zum Schluss hat Dr. Philipp Schönfeld noch eine ganz persönliche Empfehlung für einen klimaresistenten Kleinbaum, der sich besonders für Hausgärten eignet: die Japanische Eberesche (botanisch: Sorbus commixta ‘Dodong’). Aus seiner Sicht vereint sie gleich drei besondere Qualitäten:
- attraktive weiße Blüten im Frühjahr, die Insekten Nahrung bieten
- eine spektakuläre orangerote Herbstfärbung der Blätter
- zahlreiche orangerote Beeren, die gern von Vögeln gefressen werden
Bezugsquelle für die Japanische Eberesche ist unter anderem die Baumschule Bruns, deren Team sich über einen Besuch an ihrem Stand auf der Messe GaLaBau 2026 freut (Halle 3A, Stand 3A-319). Weitere Anbieter von Pflanzen können Sie bequem über unsere Ausstellersuche finden.






