Naturgärten – Alternative ohne künstliche Bewässerung?!
Dr. Michael Henze arbeitet seit über 30 Jahren im Umweltreferat des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. mit Sitz in Bad Honnef nahe Bonn. Er beschäftigt sich mit Themen wie Naturschutz, schonender Ressourcenverwendung und Strategien zur Anpassung an den Klimawandel: „Bevor ich ins Thema einsteige, ist mir Folgendes wichtig zu erwähnen. Grünflächenverantwortliche und Gartenbesitzer:innen können verschiedene Quellen für Beregnungswasser nutzen – das ist richtig. Sie können sich aber auch für die Anlage von Naturgärten mit heimischen und im besten Fall trockenheitsliebenden Pflanzen entscheiden. So entstehen arten- und blütenreiche Außenflächen, die nach erfolgreicher Etablierung häufig mit wenig oder ganz ohne zusätzliche Bewässerung auskommen. Das ist ressourcensparend und somit überaus ökologisch.“ Mehr zum Fachverband und viele weitere spannende Themen finden Sie auf seiner Website, zu der Sie hier gelangen. Falls Sie sich für widerstandsfähige Pflanzen wie Klimabäume und Zukunftsgehölze interessieren, empfehlen wir Ihnen außerdem unseren eigenen Blogartikel zu diesem Thema.
Vorteile von Bewässerungssystemen mit Regenwassernutzung
Naturgärten sind jedoch nicht überall möglich oder erwünscht – diese Wahl hängt immer auch vom konkreten Nutzungsszenario ab. Bei Grünflächen, die zwingend bewässert werden müssen, ist eine wassersensible Planung notwendig, die Regenwassermanagement und Biodiversität zusammendenkt. Mehr dazu finden Sie im Blog des Bundesverbands unter diesem Link.
Wird Regenwasser für das Bewässerungssystem im Gartenbau genutzt, hat das mehrere Vorteile:
- Regenwasser ist kalkfrei, es bilden sich keine weißen Kalkflecken auf Blättern und die Pflanzen sind besser vor Störungen in der Nährstoffaufnahme geschützt.
- Regenwasser hat einen optimalen pH-Wert: Es ist leicht sauer, was die meisten Pflanzen für ihr Wachstum bevorzugen.
- Regenwasser enthält im Gegensatz zu Leitungswasser kein Chlor, Fluorid oder Ozon.
- Regenwasser hat häufig eine für Pflanzen angenehme Temperatur.
Idealerweise wird das Regenwasser in Zisternen gesammelt. Für die Ausbringung eignen sich Systeme etablierter Hersteller wie Hunter, Rain Bird und Netafim. In Städten und Gemeinden müssen übergeordnete Bewässerungsstrategien entwickelt werden, die neben Initiativen zur Dach- und Fassadenbegrünung auch das Schwammstadt-Prinzip einbeziehen – dabei wird Regenwasser vor Ort gespeichert, versickert und genutzt. Wer das Thema weiter vertiefen möchte, findet im Blog des Bundesverbands einen ausführlichen Beitrag dazu.
Der BGL auf der GaLaBau 2026
Noch besser als jeder schriftliche Beitrag ist natürlich der persönliche Erfahrungsaustausch vor Ort: „Ich lade Vertreter:innen von Kommunen, aber auch interessierte Landschaftsgärtner:innen sowie Grünplaner:innen auf unseren BGL-Stand auf der GaLaBau-Messe in Nürnberg ein“, betont Dr. Michael Henze. „Meine Kolleg:innen und ich freuen uns auf einen spannenden Austausch. Zudem können Interessierte den Grün-Blauen-Pfad durch mehrere Messehallen gehen, der innovative Produkte sowie Konzepte zur Klimaanpassung und für klimafitte Städte präsentiert. Aussteller:innen zeigen praxisnahe, klimafreundliche Lösungen im Arbeitsfeld Garten- und Landschaftsbau.“ Wer sich vorab informieren möchte, welche Unternehmen auf der GaLaBau 2026 vertreten sind, kann dies über unsere Ausstellersuche tun. Wer mehr über den Grün-Blauen-Pfad erfahren möchte, findet nähere Informationen hierzu auf unserer Website.

