• 03.11.2026

Regenwassermanagement – ein Job für den GaLaBau

Bei der Schwammstadt denken viele zuerst an Klimaanpassung und Stadtökologie. Doch die Nutzung des gespeicherten Regenwassers bringt auch handfeste Vorteile für die Bewässerung. „Regenwasser ist weich und mineralfrei. Es kann optimal von Pflanzen aufgenommen werden. Zudem entstehen keine Probleme mit Ablagerungen in Pumpen oder Regnern“, erklärt Experte Nikolai Kendzia. Und es steht kostenneutral zur Verfügung. Welche Chancen sich aus dem Regenwassermanagement für Landschaftsgärtner:innen ergeben, zeigt unser Blogartikel. Weitere Inspiration liefert die Messe GaLaBau.

Geschrieben von Karsten Köber

Schema: Regenwasser über Zisterne, Mulde und Rigole ins Stadtgrün
Regenwasserrückhaltung: sammeln, versickern, zum Bewässern nutzen

Trockenjahre beschleunigen Trend zur Regenwasserrückhaltung

Nikolai Kendzia arbeitet seit 2002 an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim bei Würzburg. Als Leiter des Instituts für Stadtgrün und Landschaftsbau (mehr dazu auf der Website der LWG) ist er ein ausgewiesener Experte für Themen wie Regenwasserversickerung, Regenwasserspeicherung und Regenwassernutzung. Er engagiert sich in der Lehre an der zur Landesanstalt gehörenden Meister- und Technikerschule, berät Garten- und Landschaftsbaubetriebe sowie Kommunen und begleitet Forschungsprojekte – auch zum Thema Regenwassermanagement.

„Für uns in Veitshöchheim ist die Beschäftigung mit Regenwasserrückhaltung nicht neu“, betont Kendzia. „Bereits 1991 wurde durch das Institut eine Versickerungsstation zur Datengewinnung errichtet, bei der nachgewiesen wurde, dass das anfallende Regenwasser komplett auf dem Grundstück bewirtschaftet werden kann. Und nachdem Anfang der 2000er die ersten Trockenjahre registriert wurden, hat das Thema richtig Fahrt aufgenommen.“ Somit ergeben sich für den GaLaBau spannende Perspektiven.

 

Regenwassermanagement als lukratives Tätigkeitsfeld

Regenwassermanagement lohnt sich für moderne Garten- und Landschaftsbaubetriebe und bietet vielfältige Ansätze, davon ist Nikolai Kendzia überzeugt. Dabei gehören die Anlage von Rigolen und Versickerungsflächen genauso dazu wie der Bau von Zisternen. Für den Einbau von Pumpenanlagen und Nachspeise-Einrichtungen (Trinkwasserzulauf in Zisternen) sollten Landschaftsgärtner:innen jedoch zwingend einen Installationsbetrieb aus der Umgebung des Betriebssitzes als Partner gewinnen.

 

Know-how der Fachvereinigung Betriebs- und Regenwasser

GaLaBauer:innen, die sich umfassend informieren möchten, können die Internetseite der Fachvereinigung Betriebs- und Regenwasser (fbr) aufsuchen. Dort gibt es neben einem umfassenden Wissenspool auch die Möglichkeit, die jährlich erscheinende fbr-Marktübersicht über einen speziellen Shoplink zu bestellen. In dem Druckwerk finden sich auf 100 Seiten Lösungen zu den Themen Schwammstadt sowie blau-grüne Infrastruktur. Zudem werden über 340 Produkte zur Regenwassernutzung und Regenwasserbewirtschaftung vorgestellt.

 

Zuschüsse und sinkende Abwassergebühren

Und noch einen Tipp hat Nikolai Kendzia für Landschaftsgärtner:innen: „Informieren Sie sich über Fördermittel. Meist werden diese auf kommunaler Ebene, zum Beispiel für den Bau von Regenwasserzisternen, zur Verfügung gestellt. Weiterhin gibt es oft Einsparpotential bei der Abwassergebühr.“ Mit diesen Kenntnissen im Gepäck können GaLaBauer:innen gut vorbereitet in Kundengespräche gehen, sich als Expert:innen etablieren und attraktive Auftragsabschlüsse erzielen.

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Autor

Porträt von Karsten Köber
Karsten Köber
Gärtner, Landschaftsarchitekt und Journalist, Inhaber des Büros projekkt.com in Karlsruhe